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Weniger Risiken, mehr Effizienz

Einheitliche IT-Systeme senken Produktionskosten

IT-Systeme ermöglichen es Unternehmen, ihre Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten. Auch der Informationsfluss aller Beteiligten, von der Produktion eines Produktes bis zum Kauf der Konsumenten, wird dadurch verbessert. Die rasante Entwicklung von Technologien einerseits und verändertes Konsumentenverhalten andererseits führen zur stetigen Überprüfung von Unternehmensstrategien. Anfang 2009 startete Kuoni ein Investitions- und Kostensenkungsprogramm über drei Jahre. Wesentliche Mittel davon fliessen in neue Technologien. Benno Iten, seit Mitte 2010 CIO der Kuoni-Gruppe, äussert sich zur Weiterentwicklung der IT-Projekte bei Kuoni.

Neuste Technologien gewinnen im Alltag der Konsumenten immer stärker an Bedeutung. Das Tempo ist rasant. Inwiefern wirkte sich dies 2010 auch auf die IT-Struktur der Kuoni-Gruppe aus?
Benno Iten: Durch die zentrale Steuerung der IT-Investitionen können wir uns stärker auf die für uns wichtigen Gebiete wie Kundenschnittstelle und Kundenmanagement, vereinheitlichte, effizientere und somit günstigere Produktionsprozesse sowie die Integration von Lieferanten konzentrieren. Dies ermöglicht uns, in kürzerer Zeit für unsere Geschäftsaktivitäten eine verbesserte Funktionalität zur Verfügung zu stellen.

Kuoni IT ist das erste Departement, welches bereits vor zwei Jahren begonnen hatte, länderübergreifend zusammenzuarbeiten. Welches sind die Erfahrungen dieser globalen funktionalen Organisation?
Benno Iten: Das Zusammenführen der dezentralen IT-Organisationen ist eine herausfordernde Aufgabe. Während der gesamten Übergangsphase muss genau darauf geachtet werden, dass alle involvierten Bereiche und Personen genügend Gehör finden und dass alle internen Kunden weiterhin für ihre IT-Bedürfnisse klare Ansprechpartner haben. Die Kommunikationsprozesse müssen vorab genau geplant und entsprechend umgesetzt werden. Auch zeigt sich, dass in einer zentralisierten IT-Organisation der Regelungsbedarf für die Informatikprozesse und die Entscheidungen (Governance) zunimmt und die Anforderungen an die Führungskräfte steigen. Die Kommunikationsfähigkeit der Vorgesetzten gewinnt an Bedeutung. Gerade für komplexe Zusammenhänge, die für andere Geschäftsbereiche des Unternehmens stets schwer verständlich sind, steigt der Erklärungsbedarf deutlich.

Wo sehen Sie mittel- und langfristig die wichtigsten Entwicklungen der IT für ein global tätiges und breit abgestütztes Reiseunternehmen wie Kuoni?
Benno Iten: Der starke technologiegetriebene Wandel erfordert von einer globalen IT-Organisation ein Höchstmass an Flexibilität. Erfolgreiche Businessmodelle, die heute funktionieren, können sich morgen schnell verändern. Dies hat zur Folge, dass wir kurzfristig auch auf die veränderten Anforderungen des Geschäfts reagieren müssen. Gleichzeitig hat Transparenz und Kostenkontrolle in unserer Branche oberste Priorität, die Margensituation in der Reiseindustrie erlaubt da keine grossen Experimente.

IT ist ein wesentlicher Teil des auf drei Jahre angelegten Investitions- und Kostensenkungsprogramms der Kuoni-Gruppe. Wofür wurde im Berichtsjahr das Geld verwendet?
Benno Iten: Wesentliche Mittel für IT wurden in die Erneuerung der Plattformen investiert, die für uns von hoher strategischer Bedeutung sind. In erster Linie sind dies unsere Internetbuchungssysteme, die Customer-Relationship- Management-Systeme (CRM) und die Produktionssysteme – also vor allem technische Mittel, die die Mitarbeitenden bei der Umsetzung unserer kundenfokussierten Strategie an den Verkaufspunkten wie auch bei der Produktion unserer Reisen unterstützen.

Kuoni hat das Ziel, die zahlreichen lokalen Buchungssysteme, die in Betrieb sind, zu reduzieren und längerfristig zu einem globalen System zu vereinheitlichen. Dies ist eine sehr komplexe Aufgabe. Was wurde bisher erreicht?
Benno Iten: Die Vereinheitlichung der Buchungssysteme wird uns helfen, die Produktionskosten deutlich zu senken und unsere Internetbuchungsfähigkeiten weiter zu verbessern. Folglich haben wir uns entschieden, diejenigen Systeme als Erstes zu ersetzen, die uns in diesen zwei Bereichen die bestmöglichen Verbesserungen bringen. Wir sind in ersten Märkten mit einem System, wie wir es anstreben, bereits produktiv und haben das System so weit optimiert, dass wir es nun in weiteren Märkten einführen können.

Die Projektphasen wurden nochmals überprüft. Wie sieht die weitere Umsetzung aus?
Benno Iten: Die ursprüngliche Planung wurde von den einzelnen Geschäftseinheiten als sehr anspruchsvoll bewertet und in Verbindung mit dem parallel laufenden Tagesgeschäft als risikoreich beurteilt. Wir haben diesen Bedenken Rechnung getragen und haben das gesamte Projekt in klar abgegrenzte Phasen aufgeteilt. Dadurch reduzieren wir Risiken und ermöglichen trotzdem in verschiedenen Bereichen Verbesserung sowohl zugunsten der Produktion und des Verkaufs wie auch finanziell.

BENNO ITEN

Benno Iten ist seit 2010 Chief Information Officer der Kuoni-Gruppe und war zuvor Leiter Sales von Kuoni Schweiz. Er verfügt über langjährige Erfahrung im IT-Business. Bevor er zu Kuoni stiess, arbeitete er in Senior-Management-Positionen bei verschiedenen Technologie-Unternehmen.