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Euro-Krise trifft Südeuropa hart

Frankreich, Italien, Spanien – Division Marktregion Süd

In der Einheit Südeuropa sind Frankreich, Italien und Spanien zusammengefasst. 2010 wurden vor allem Spanien und Italien weiterhin durch das negative wirtschaftliche Umfeld beeinflusst. Der Markt Frankreich registrierte hingegen wieder eine Zunahme der Nachfrage.

Insgesamt erzielte Südeuropa im Berichtsjahr Nettoerlöse von CHF 355 Mio. (2009: CHF 374 Mio.). Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel mit CHF – 4.4 Mio. negativ aus (2009: CHF 6.1 Mio.). Dies ist auf geringere Nettoerlöse und ein verstärkter Margendruck zurückzuführen. Das bereinigte Betriebsergebnis (underlying EBIT) lag bei CHF – 2.5 Mio.

Frankreich: Nachfrage gesteigert in schwierigem wirtschaftlichem Umfeld


Kuoni Frankreich erwirtschaftete 2010 einen Nettoerlös von CHF 245 Mio. (2009: CHF 245 Mio.). In Lokalwährung erzielte der Markt Frankreich höhere Nettoerlöse. Die gesteigerte Nachfrage entfällt vor allem auf Rundreise- und «à la carte»-Produkte sowie die hochwertigen Reisen der Linie «Emotions». Dennoch belasteten der Vulkanausbruch auf Island und die schwierige Wirtschaftslage in Frankreich die Nettoerlöse des Spezialisten Scanditours (Reisen nach Nordeuropa) sowie der Geschäftsreisen im Bereich Gruppen und Incentives. Gleichzeitig wirkte sich der Margendruck in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt mit preissensitiven Konsumenten negativ auf die Ergebnisse aus. Tiefere Kosten aufgrund der Reorganisation der Kuoni-Gruppe konnten Auswirkungen der negativen Entwicklungen nicht vollständig kompensieren. Kuoni Frankreich weist für 2010 jedoch weiterhin ein positives Ergebnis aus.

Kuoni Frankreich betreibt vier eigene Retail Shops. Jenes an der Rue St Petersbourg in Paris wurde im Berichtsjahr vollständig erneuert und dem modernen Erscheinungsbild der Kuoni-Reisebüros angepasst.

Die meistverkaufte Feriendestination waren 2010 die Malediven gefolgt von den USA und Ägypten. Ein deutliches Wachstum von ca. 30 % verzeichneten Mauritius und Indien.

Italien: Kundenfokus mit eigenen Reisebüros


Kuoni Italien wies für das Berichtsjahr einen Nettoerlös von CHF 92 Mio. aus (2009: 105 Mio.). Trotz wirtschaftlich schwierigem Umfeld blieb der Nettoerlös in Lokalwährung auf Vorjahresniveau.
Während Premium-Produkte der Linie «Emozioni» sowie Soft-Adventure-Reisen des Programms Discovery stärker nachgefragt wurden, litten die wichtigen Destinationen in Nordamerika und im Südpazifik unter einem Preis- und Margendruck. Der Mitte 2009 eröffnete erste Flagship Store in Mailand erzielte im Berichtsjahr, trotz schwieriger Marktsituation, ein gutes Ergebnis. Auch in Italien wurden die operativen Kosten 2010 nachhaltig gesenkt. Schwerpunkt des Geschäftsjahres 2010 in Italien war die Neuausrichtung der Vertriebsstrategie. Kuoni Italien verstärkt künftig den direkten Kundenkontakt durch eigene Reisebüros deutlich. Dazu wurden 2010 bereits vier bestehende Reisebüros in den Städten Turin, Pavia, La Spezia und Genua übernommen. Sie wurden zu Kuoni-Reisebüros umgebaut. Im Dezember 2010 wurde zudem der italienische Touroperator Best Tours S.p.A. in Mailand übernommen. Der Reiseanbieter ist auf Strandferien sowie historische und kulturelle Reisen im Premium-Bereich spezialisiert und ergänzt das bisherige Produkteportfolio von Kuoni Italien. Im Zuge der Restrukturierung der italienischen Geschäftsaktivitäten wurde der Geschäftssitz von Genua nach Mailand verlegt.

Spanien: Ausbau des direkten Kundenkontakts


Spanien zählt zu jenen Märkten in Europa, die 2010 nach wie vor besonders stark unter der schlechten Wirtschaftssituation litten. Die Euro- Krise, eine negative Konsumentenstimmung sowie die anhaltende Arbeitslosigkeit sowie die Immobilienkrise führten zu einem deutlichen Nachfragerückgang. Zusätzlich hatten diese Einflüsse einen harten Preiskampf aller Anbieter zur Folge, bei gleichzeitig steigenden Reisebürokommissionen. Der Nettoerlös sank im Berichtsjahr deutlich auf CHF 18 Mio. (2009: CHF 25 Mio.). Trotz geringerer Kosten konnten die Ertragsausfälle nicht vollständig kompensiert werden.

Um den negativen Entwicklungen der Branche entgegenzuwirken, baute Kuoni Spanien den direkten Vertriebskanal mit den Kunden aus. In Madrid wurde der Kuoni-Flagship-Store an besserer Lage wieder eröffnet. Zusammen mit den Internetaktivitäten konnten die Direktverkäufe bereits gesteigert werden.

Die beliebtesten Ferienziele waren 2010 China, die USA und die Malediven. Besonderes Wachstum verzeichnete Dubai, während Thailand aufgrund der politischen Unruhen an Nachfrage einbüsste.