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«2010 war der richtige Zeitpunkt, mit der neuen Organisation zu beginnen.»

Die verantwortlichen Hub Manager der neuen globalen Einkaufs- und Produktionseinheit diskutieren über ihre Erfahrungen im ersten Jahr. Bild links: Nicolas Delord (Hub Dorking), Takis Filippopoulos (Hub Stockholm). Bild rechts: Thomas Goosmann (Hub Zürich)

Thomas Goosmann: Ja, wir haben 2010 die Bedürfnisse der einzelnen Märkte besser kennengelernt. Auch haben wir nun gemeinsame IT-Plattformen in Betrieb genommen, die zwar noch weiterentwickelt werden, aber bereits wesentlich zur Effizienz beitragen. Auch ein neues Management-Informationssystem sowie eine einfache Datenbank für Hotels und weitere Leistungen funktionieren nun. Und dann arbeiten wir stets daran, es noch besser zu machen.

Welche konkreten Vorteile konnten durch die neue Struktur und die gebündelte Einkaufskraft in den einzelnen Hubs 2010 erzielt werden?
Takis Filippopoulos: Wir konnten günstigere Transfertarife aushandeln. Auch tiefere Hotelpreise konnten erzielt werden. Zudem erwirtschaften wir höhere Beiträge der nationalen Tourismusorganisationen zur Promotion der Ferienländer.

Nicolas Delord: Einerseits konnten wir im Hub Dorking ebenfalls bessere Einkaufskonditionen erzielen, andererseits wurde das Arbeitsvolumen durch den konzentrierten Einkaufsprozess deutlich vereinfacht, was sich positiv auf die Kosten auswirkte. Der grösste Vorteil ist zweifellos, dass wir eine globale Sicht aller unserer Einkaufsaktivitäten haben und so viel effizienter und kostengünstiger arbeiten. Hier sahen wir 2010 schon positive Effekte, die in den nächsten Jahren noch zunehmen werden.

«Die internationalen Teams lernen voneinander und reichern ihr Know-how an.»


Thomas Goosmann: Auch am Hub Zürich haben wir die Volumen besser gebündelt und bessere Einkaufskonditionen erzielt. Damit ist es aber noch nicht getan. Wir müssen innerhalb von Kuoni auch darauf achten, dass wir von diesen Preisvorteilen auch wirklich profitieren. Einerseits durch konkurrenzfähige Preise an den Verkaufspunkten, die dann zu einem Umsatzwachstum führen, andererseits aber auch zur Verbesserung unserer Margen. Denn dies fördert die Profitabilität deutlich.

Einige Märkte sind auch stark auf die Vielfalt an Hotels, vor allem exklusive kleinere Häuser, angewiesen, deren Produkteproduktion teurer ist. Profitieren diese mit P&P dennoch?
Nicolas Delord: Solche Produkte sind auch heute noch im Portofolio möglich. Doch sie müssen effizient zu beschaffen und zu produzieren sein. Wir können nicht aufwendige Beschaffungskosten kreieren, die danach im Verkauf der Produkte nicht gedeckt werden. Es geht nicht darum, dass wir mit P&P das Produkteportfolio einfach nur reduzieren wollen. Wir müssen die Beschaffung optimieren, sodass diese Produkte unter dem Strich auch einen Gewinn abwerfen.

Kuoni verfügt weltweit über ein grosses Reise-Knowhow. Auch in der Einheit P&P wollen wir von der Erfahrung der besten Einkäufer profitieren. Wie können wir dieses Wissen weiter fördern und ausbauen?
Takis Filippopoulos: Wir haben in unseren Hubs heute viele unterschiedliche Leute mit verschiedenen Nationalitäten. Sie tauschen sich aus, was sie in der Vergangenheit getan haben oder was sie gerade für Erfahrungen machen. So lernen die Einkäufer ständig voneinander und reichern ihr Know-how an. «Best Practise» ist in diesem Aufbauprozess in einem Team ganz wichtig.

Nicolas Delord: Zudem investieren wir auch mit Training und Weiterbildung in unsere Mitarbeitenden.

Wo sind für 2011 die grössten Herausforderungen für die globale Einkaufs- und Produktionseinheit von Kuoni?
Thomas Goosmann: Das anspruchsvolle Marktumfeld ist unsere grösste Herausforderung. Jeder unserer Leistungsträger, insbesondere Hotels, ist auch unser Konkurrent, da er selbst um Kunden kämpft. Zudem ist es für uns wichtig, dass wir den Kunden auch Exklusivitäten anbieten können, die man so nur bei Kuoni erhält.

Takis Filippopoulos: Die Schaffung eines gemeinsamen, vielfältigen Hotelportfolios für alle Kuoni-Märkte gehört ebenfalls dazu. Dieses muss kostengünstig und effizient beschafft und bewirtschaftet werden.

Nicolas Delord: Zusätzlich sehe ich den Austausch mit den Verkaufspunkten in den Kuoni-Ländern als Herausforderung. Wir verbessern unser Know-how und das gegenseitige Verständnis weiter. Denn das Ziel und alle die Vorteile daraus bleiben unverändert. Und darauf arbeiten alle mit Engagement hin bei Kuoni.