Rückstellungen

Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn aus einem Ereignis in der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung entsteht und der zukünftige Ressourcenabfluss wahrscheinlich ist und zuverlässig geschätzt werden kann. Bei einer wesentlichen Wirkung des Zinseffekts werden zur Bemessung von Rückstellungen zukünftige Geldflüsse zum Barwert angesetzt, wobei als Diskontierungssatz ein Zinssatz vor Steuern unter Berücksichtigung aktueller Markterwartungen sowie des spezifischen Risikos verwendet wird. Ferner werden die gegenwärtigen Verpflichtungen aus einem belastenden Vertrag zurückgestellt, wenn die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher sind als der erwartete wirtschaftliche Nutzen (Verlustrückstellung).

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Konzerns stehen, erst noch bestätigt werden müssen. Ferner fallen unter die Eventualverbindlichkeiten bestehende Verpflichtungen, die nicht als Verbindlichkeit bilanziert sind, da ein zukünftiger Ressourcenabfluss als nicht wahrscheinlich beurteilt wird oder dessen Höhe nicht ausreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden nicht bilanziert, sondern im Anhang ausgewiesen.

Schulden aus Leistungen

Schulden aus Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente

Die Kuoni-Gruppe benutzt unterschiedliche derivative Finanzinstrumente, primär um sich gegen die Risiken aus Wechselkursen auf Betriebs-, Finanzierungs- und Investitionstätigkeiten abzusichern. Der Konzern verwendet hauptsächlich Devisenterminkontrakte und Devisenoptionen sowie Optionen zum Erwerb von Kerosin. Entsprechend den konzerninternen Grundsätzen werden keine derivativen Finanzinstrumente zu Handelszwecken eingesetzt. Hingegen werden Kontrakte, welche wirtschaftlich zu Absicherungszwecken gehalten werden, jedoch die Bedingungen als Sicherungsgeschäft («hedge accounting ») nicht erfüllen, als Handelsposition verbucht.
Alle derivativen Finanzinstrumente werden erstmalig zu ihrem Verkehrswert erfasst. Nach der erstmaligen Erfassung werden die derivativen Finanzinstrumente zu ihren Verkehrswerten bilanziert und unter Forderungen aus Leistungen bzw. Schulden aus Leistungen ausgewiesen. Die Verkehrswertschwankungen von derivativen Finanzinstrumenten, die sich nicht für «hedge accounting » qualifizieren, werden sofort in der Erfolgsrechnung erfasst. Der Verkehrswert («fair value») der verwendeten Instrumente entspricht dem errechneten Wert, zu welchem ein Kontrakt am Bilanzstichtag glattgestellt werden könnte. Dabei werden die von unabhängigen Vertragsbanken erhaltenen Kurse zugrunde gelegt.

Sicherungsgeschäfte («Hedging»)


«Cash Flow Hedges»
Der wirksame Teil der Verkehrswertschwankungen auf derivativen Finanzinstrumenten, welche zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos zukünftiger Geldflüsse aus noch nicht bilanzierten festen Verpflichtungen oder vorgesehenen Transaktionen mit hoher Eintretenswahrscheinlichkeit gehalten werden, wird direkt im Eigenkapital erfasst. Solche Kontrakte werden als «cash flow hedges» bezeichnet. Zum Zeitpunkt, in dem eine abgesicherte, feste Verpflichtung bzw. vorgesehene Transaktion bilanziell erfasst wird, werden die im Eigenkapital kumulierten Verkehrswertänderungen des Absicherungsinstruments aufgelöst und in den Anfangsbuchwert des nicht finanziellen Vermögenswertes oder der nicht finanziellen Verbindlichkeit einbezogen. Bei allen anderen qualifizierten «cash flow hedges» werden die im Eigenkapital kumulierten Verkehrswertänderungen zu jenem Zeitpunkt erfolgswirksam erfasst, in dem die vorgesehene Transaktion erfolgswirksam wird. Der nicht wirksame Teil der Verkehrswertschwankungen wird unmittelbar in der Erfolgsrechnung erfasst. Falls ein Absicherungsinstrument verfällt oder verkauft, beendet oder ausgeübt wird oder die Gesellschaft die Absicherungsbeziehung widerruft, die abgesicherte Transaktion jedoch dennoch erwartet wird, verbleibt der kumulierte Gewinn und Verlust zu diesem Zeitpunkt im Eigenkapital und wird entsprechend den oben erwähnten Grundsätzen am Transaktionszeitpunkt verbucht.

Ferner werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne bzw. Verluste erfolgswirksam erfasst, sobald die vorgesehene Transaktion nicht mehr wahrscheinlich ist.

Absicherung von monetären Aktiven und Verbindlichkeiten
Auf derivativen Finanzinstrumenten, welche zur Absicherung des Fremdwährungskursrisikos bilanzierter monetärer Aktiven und Verbindlichkeiten gehalten werden, wird kein «hedge accounting» angewendet. Sämtliche Verkehrswertschwankungen solcher derivativen Finanzinstrumente werden erfolgswirksam erfasst. Entsprechende Fremdwährungsgewinne und -verluste auf der abgesicherten Position werden ebenfalls in der Erfolgsrechnung erfasst.